auf den Spuren der Friedenberger

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Forschungen über die Friedenberger

Wir sind nur das, was wir nicht vergessen haben

Im Ergebnis meiner Untersuchungen kann ich schreiben:
Es gab unter den Friedenberger keine überragende Persönlichkeiten, also keinen anerkannten Dichter oder Maler, keinen General oder Astronomen, keinen cleveren Einbrecher oder Räuberhauptmann, keinen trickreichen Fußballspieler oder Flieger, keinen Musiker oder Filmschauspieler.
Aber eigentlich kann man das bei der äußerst geringen Anzahl (weniger als ca. 200) Friedenberger – Familien gegenüber den Müller/Mueller mit über 600.000 Namensvertretern oder 590.000 Schmidt, Schmitt und Schmid auch nicht erwarten.
Das Verhältnis liegt bei 1:3.000, also ein Friedenberger kommt auf 3.000 Müller/Mueller.
Jedoch gibt es einige Friedenberger, die nicht in das gewohnten Mittelmaß – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – passen.
Einige davon habe ich im Beitrag   nicht alltägliche Friedenberger    zusammen gefasst.

Es scheint nur einen Friedenberger gegeben zu haben, der sich aus der Masse hervorgehoben hat.
Gelebt hat er vor gut 500 Jahren.
Es war dies Paul Fridenberger/Fridenperger.
Er war um 1460 geboren worden und stammte aus Passau. Von Beruf war er Buchdrucker und Xylograph.

Demnach scheinen die frühen Friedenberger nicht mit den Ellenbogen, auch nicht mit List und Tücke gearbeitet zu haben, denn das braucht man in der Regel, wenn man nicht besonders begnadet ist, um nach oben zu kommen.
Sie haben sich vermutlich getreu nach der Bedeutung der ersten Hälfte ihres Namens verhalten, nämlich friedfertig und damit auch ehrlich.
Das war und ist doch eine überaus achtbare Tugend.

Unsere Friedenberger haben uns Gutes vorgelebt und bleibende Werte, wenn heute auch zumeist verborgene und vergessene, hinterlassen.
Wenn wir diese suchen, werden wir sie auch finden.
Und dann sind wir ja auch noch als deren Hinterlassenschaft da.
Ich hoffe, die alten Friedenberger würden über uns sagen: “Es sind ganze Kerle, genau so wie wir es waren!”

Grundsätzliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede habe ich in der Übersicht über die Friedenberger    dargestellt.

Ich denke, ich konnte die Vergangenheit unserer tapferen Friedenberger mit diesen Untersuchungen ein wenig aufhellen und uns damit ein Stück verlorener Identität zurückgeben.

Je mehr ich über meine Vorfahren ergründen konnte, umso mehr war ich immer wieder verwundert, welche vielfachen Anforderungen im Laufe von ca. 600 Jahren an sie gestellt wurden und wie sie diese stets meisterten.
Dazu mussten sie erstaunliche Wandlungen durchmachen und viele neue Wege gehen.

Sie haben es verdient, dass wir uns an sie erinnern.

mein Suchen nach Angaben aller Art über die Friedenberger

Ich denke, es gehört zur Lebenskultur über das eigene Woher und Wohin, das Leben und auch die Zeit nachzudenken.
Aus den Erkenntnissen erwächst Identität mit der Herkunft und der Heimat. Somit beeinflussen die Erkenntnisse auch unser Handeln in der Gegenwart und auch unsere Zukunft.

Beim Schreiben dieses Beitrages fiel mir ein Zitat ein, das ich vor Jahren gelesen habe und das etwa so heißt:
 Jede Generation
 - lächelt über die Väter,
 - lacht über die Großväter
 - und bewundert die Urgroßväter

Das mag heute der Regelfall sein, ich jedoch kann mich an meinen Vater kriegsbedingt kaum und meine Großväter waren zum Zeitpunkt meiner Geburt schon verstorben.
Das wird auch der Grund sein, dass ich keinen von ihnen belächele, sondern eher bewundere.

Das Zitat sagt aber auch, dass man wohl einen zeitlichen Abstand zum jeweiligen Geschehen und auch eine gewisse “Reife” (vielleicht auch Alter) haben muss, ehe man sich ernsthaft eigene Gedanken über das Herkommen und Werden macht.
Es sagt aber auch aus, dass viele Menschen sich irgendwann Gedanken über ihre Wurzeln machen.
Und für diese Friedenberger und Interessenten habe ich diese Website erstellt.

Bei mir haben sich viele Fragen (resultierend aus den eigenen Erlebnissen) regelrecht aufgedrängt.
So fragte ich mich auch, wieso meine Vorfahren gerade nach Polen gegangen sind, denn Polen galt eigentlich schon früher nicht gerade als ein Land, in dem man gern leben möchte.
Wie ich nun weiß, waren es vorwiegend Gründe, die meine Vorfahren nicht selbst verursacht haben. Sie beugten sich den Zwängen der damaligen Zeit.
Das hatte folgende Gründe:

Das damalige katholische Polen war sehr tolerant in religiösen Fragen und hatte gleichzeitig handfeste wirtschaftliche Interessen an den Deutschen.
Beginnend ab etwa 1740 warben polnische Adlige und die katholische Kirche in den deutschen Ländern um Siedler, um ihre unwirtschaftlichen Wälder und Sümpfe zu kultivieren. Es hatte sich in Polen herumgesprochen, dass die Holländer und Deutschen – zuerst im Weichseldelta – in der Lage waren, mit gutem Erfolg schlechte Ländereien gewinnbringend zu kultivieren.
Die polnischen Grundbesitzer gewährten den zumeist evangelischen Siedlern Privilegien, die sie ihren eigenen Landsleuten verwehrten.
Und die Deutschen kamen, waren fleißig, zahlten Zinsen und kauften später oft das gepachtete Land. Erst die Enkel der ersten Siedler hatten dann zumeist ein gutes Auskommen.

Unsere Friedenberger – Vorfahren waren ein Teil dieses großen deutschen Siedlerstromes.
Die ersten meiner Vorfahren kamen vor 1700 – zuerst aus religiösen, später aus wirtschaftlichen und politischen Gründen – nach Polen, die letzten aus Württemberg, der Pfalz und dem Saarland bis 1820 infolge rein wirtschaftlicher Zwänge.


1945 und danach sind meiner Mutter in Polen alle Dokumente abhanden gekommen.
So suchte ich schon in jungen Jahren – neugierig darauf zu erfahren, wer denn meine Vorfahren waren und wo sie vor ihrer polnischen Zeit gewohnt haben – nach Angaben über sie, jedoch nicht zielgerichtet und systematisch.
Viel habe ich nicht erfahren, da ich aus beruflichen Gründen auch weit weg von meinen wenigen Verwandten wohnte.

Als ich dann Jahrzehnte später begann mich ernsthaft mit meinen Vorfahren zu beschäftigen, waren die wenigen Wissensträger verstorben.
Zu Beginn meiner eigentlichen Familienforschung hatte ich somit keinerlei Basis, von der ich ausgehen konnte und auch meine zahlenmäßig kleine Verwandtschaft hatte auch nichts mehr. Alles war in Polen verloren gegangen.

Wie ich nun auch erfahren musste, soll es für meine Geburtsgegend infolge Kriegsverluste auch keine Kirchenbücher mehr geben und kaum Archivalien in staatlichen Einrichtungen.

So habe ich ohne irgendwelche genealogischen Vorkenntnisse in alle möglichen Richtungen versucht, Angaben über meine Vorfahren zu finden.

Ich fand anfangs – außer den Einträgen in Telefonbüchern – gar nichts über Friedenberger.
Die Friedenberger, die ich angeschrieben und angerufen habe, wussten so wenig wie ich.

So war ich auf Kleinarbeit, den Zufall und auf Hinweise anderer Forscher angewiesen.
Aber nach und nach erlangte ich eine gewisse Übersicht und forschte immer systematischer.

Sehr zugute kam mir aber der Umstand, dass es in Dresden eine Genealogische Forschungsstelle der KIRCHE JESU CHRISTI DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE (Mormonen) gibt.
Diese habe ich ausgiebig genutzt, denn bei den Mormonen kann man viele verfilmte Kirchenbücher aus dem Polen jenseits Oder und Neiße für den Zeitraum vor 1870, einige auch schon bis etwa 1900, einsehen.

Die Mormonen stellen u.a. einen Datenbestand    online von mehr als 600 Millionen Namen zur Verfügung.
Hier kann man auch ermitteln, in welchem Ort in der Nähe sich eine ihrer Forschungsstellen befindet.

Durch Literaturstudien, dem Auswerten vieler Kirchenbücher und intensiven Kontakten mit vielen Friedenberger habe ich auch viele Anregungen, die ich nur vor Ort klären konnte, erhalten.

Ich habe die Spuren meiner Vorfahren nicht nur am Schreibtisch oder als Bücherwurm in Archiven und virtuell im Internet verfolgt, sondern habe mir mit offenen Augen die Landschaften, Orte und Straßen, alte Häuser, Kirchen, Friedhöfe angesehen und dort auch in Archiven gestöbert und habe versucht, mir eigene Bilder zu machen, Bilder von den örtlichen Bedingungen in der damaligen Zeit und den Beweggründen, die meine Vorfahren zum Verlassen ihrer Heimat veranlasst haben könnten.

So haben wir unsere Urlaube über einige Jahre in diese Gegenden verlegt.
Wir waren in Friedenberg und anderen Orten im Bayerischem Wald und an der Donau, später auch in Passau, Hengersberg und Regensburg; im Saarland und der Pfalz, am mittleren Rhein; an der Lahn in Weilburg, Limburg und Braunfels; in Berlin sowie Österreich und zwei Mal in Polen.

Die von mir kontaktierten Friedenberger waren zumeist, besonders die älteren, hilfsbereite Menschen. Jedoch hörte bei den allermeisten das Wissen über ihre Vorfahren bei den Großeltern auf. Einige wenige, so an die fünf, hatten einen “arischen” Pass. Die darin enthaltenen Angaben reichten bis etwa 1850 zurück.
Obwohl viele Friedenberger an Angaben interessiert waren, konnte ich keinen zur ernsthaften Mitarbeit gewinnen.
Ablehnend haben sich nur einige wenige Friedenberger aus Niederbayern und Norddeutschland verhalten.

Bei den brieflichen und telefonischen Kontakten mit vielen Friedenberger in Deutschland, Polen, Österreich und Übersee wurden wir von diesen oft eingeladen.
Einige ältere Friedenberger haben wir aufgesucht. Das war für uns besonders eindrucksvoll.
Wir haben nur nette und verständnisvolle Friedenberger kennen gelernt, die uns alte Dokumente und Bilder überlassen oder geliehen und viel aus ihren reichen Erinnerungen berichtet haben.

Dadurch haben wir auch schöne Gegenden kennen gelernt, in die wir vermutlich sonst nicht gekommen wären.
Sicherlich wären wir dann auf Mallorca, Malta oder in der Türkei oder sonst wo gelandet.
Wir hätten viel verpasst.

So konnte ich im Laufe der Jahre viele Angaben über unsere Friedenberger sammeln.

Da die Friedenberger außer ihren zahlreichen Nachkommen kaum Spuren hinterlassen haben, war es recht schwierig, ihren Siedlungsweg zu ergründen.
Was ich fand, waren – wie oben zu sehen – zusammenhangslose Fragmente.

Aus intensiven Literaturstudien habe ich die Herkunft vieler Siedler, die in das Lodzer Land kamen, ermittelt und anschließend die Kirchenbücher dieser Gegenden ausgewertet.
Parallel dazu hatte ich auch endlich den jahrelang gesuchten Ort Trumoszyn im Kalischer Land, dem Herkunftsort meiner Friedenberger gefunden.
Und das Glück steht dem Tüchtigen zur Seite.
Nach einigen Jahren hatte ich dann den Siedlungsweg der östlichen Friedenberger ergründet.

Die Kirchenbücher im damaligen Polen sind bis etwa 1814 in Latein, bis 1867 in Polnisch und zwischen 1868 und 1918 in Russisch abgefasst.
Bei der Auswertung kamen mir meine verblassten Polnisch – und Russischkenntnisse zugute.

Leider gibt es die mich besonders interessierenden Bücher der beiden evangelischen Kirchgemeinden meiner Eltern nicht mehr.
Aber es gibt die Bücher der umliegenden evangelischen und katholischen Kirchspiele. Daraus konnte ich doch zumindest für meine Friedenberger Angaben bis 1831 finden, für die Friedenberger – Seitenlinien bis etwa 1880.

Die erforderlichen Angaben zum Schließen der Lücke zwischen meinem Großvater und Urgroßvater, die ich trotz eifrigem jahrelangen Suchen nicht finden konnte, und die auch der Grund für meine breiten Forschungen waren, erhielt ich dann vom Kirchlichen Suchdienst aus Stuttgart.

Viele dieser Angaben haben aber mit meinen Friedenberger, wie ich nun weiß, wenig zu tun. Diese vielen Angaben über Friedenberger – Seitenlinien waren anfänglich “Abfallprodukte”.

Als ich dann im Jahre 2004 Klarheit über meine Friedenberger und den Vorfahren ihrer Ehefrauen hatte, endeten meine breiten Forschungen über die Friedenberger und ich forschte dann nach den Vorfahren meiner Mutter.

Aber immer dann, wenn ich mit meinen Vorfahren nicht weiter kam, habe ich mich mit den gesammelten Daten der Friedenberger – Seitenlinien beschäftigt.
Darüber vergingen einige Jahre.

Für Interessierte wäre es schade, wenn ich diese Angaben nur für mich aufheben würde, zumal zum Erlangen ähnlicher Angaben eine sehr große Ausdauer, viel Fleiß und zumindest gewisse Kenntnisse in Latein, Polnisch und Russisch (oder gute Freunde, die jahrelang helfen) notwendig sind.
Damit über diese Friedenberger eine etwas abgerundete Dokumentation entstehen konnte, habe ich diese für mich weniger verwertbaren Angaben aufbereitet und zusätzlich im Kalischer Land, um Radom/Lublin geforscht und insbesondere viele Unterlagen über Wolhynien ausgewertet.
Zusammen mit den allgemeinen Angaben, die ich auch in meine Familienforschung habe einfließen lassen, ergibt sich nun über diese Friedenberger –Seitenlinien eine einigermaßen abgerundete Übersicht.

Die Aussagekraft dieser Informationen ist deshalb auch qualitativ uneinheitlich, weil ich zum Zeitpunkt des Findens der Verbindungen zu meinen Friedenberger noch nicht alle Wohngebiete der Friedenberger gründlich durchforscht hatte und auch nur dann daran gearbeitet habe, wenn ich mit meinen Vorfahren wieder mal nicht weiter kam.

Aber ich dachte, besser ich stelle das mir Bekannte zur Verfügung als gar nichts.

Die Fülle der Daten (in sieben dicken A4-Ordnern), die ich über die Friedenberger ermittelt habe, kann ich hier nicht darstellen.
Deshalb will ich hier nur eine regionale Übersicht über die Friedenberger in ihren Siedlungsgebieten in Europa und einige Hinweise über sie für Amerika geben.
Ich habe über ein Jahrzehnt gebraucht, um die territorialen und familiären Zusammenhänge der meisten Friedenberger klären zu können.

Die schnellste Übersicht über die eigenen Friedenberger erhält man aus den Zusammenstellungen ihrer Wanderwege.
Hier fließen alle Untersuchungsergebnisse ein.
So kann man z.B. aus den Übersichten
Friedenberger von Majowka nach ....Blatt 1
Friedenberger von Majowka nach ....Blatt 2
sehen, welchen Wanderweg die Friedenberger aus Majowka im Lodzer Land ab ca. 1820 gegangen sind.
Interessenten können von mir Angaben über die Personen erhalten, die sich hinter den Ortsnamen verbergen.

Ich weiß, dass ich damit für Interessierte manche Lücken leider nicht schließen kann.
Aber vielleicht finden sich Friedenberger, die aufbauend auf meinen Untersuchungen mit Hilfe neuer Angaben von interessierenden Friedenberger – Nachkommen, noch offene Verbindungen klären können.


Ich bedanke mich bei Herrn Dirk Friedenberger, Waldaschaff, der mir bei meinen ersten Schritten beim Konvertieren meiner DOC-Dateien in das HTML-Format behilflich zur Seite stand und mir seinen Server kostenlos zur Veröffentlichung dieser Website zur Verfügung stellt.

Dresden, Oktober 2009
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