Gezielte Forschungen über diese Friedenberger habe ich nicht vorgenommen.
Hier stelle ich lediglich Ergebnisse vor, die ich bei der Suche nach meinen
Vorfahren vornehmlich in Kirchenbüchern im Lodzer Land, durch Befragung von einigen Friedenberger und aus dem Internet
gewinnen konnte.
Die weitaus meisten Friedenberger, die ich angesprochen habe, haben sich sehr offen, interessiert und hilfsbereit gezeigt.
Dagegen verhielten sich die Friedenberger-Nachkommen aus Graudenz eher reserviert.
Das Gebiet um Kulm (Chełmno) und Graudenz (Grudziądz) liegt etwa
zwischen Thorn (Toruń) und Graudenz rechts der Weichsel und kam 1772 bei der ersten Teilung Polens an Preußen und 1918 wieder an Polen. Besiedelt wurde dieses Gebiet ab 1772 verstärkt durch Deutsche aus Pommern und dem Danziger Raum.
Das Dobriner Land (Dobrzyńskie) liegt zwischen Thorn (Toruń) an
der Weichsel und etwa Rippin (Rypin). Zwischen 1815 und 1918 gehörte es zu Russland, danach wieder zu Polen.
Etwa zwischen 1900 und 1913 gingen Deutsche aus dem Lodzer Land in das Kulmer und Dobriner Land.
Damals war dort Bauernland billig zu erwerben.
Er heiratete spät, 1910 Eva Czyz in Weichsel (Wisła) im Kreis Teschen (Cieszyn; am Oberlauf der Weichsel). Teschen gehörte damals zum österreichischen – Schlesien und kam erst 1920 zum neugebildeten polnischen Staat.
Dieses Gebiet wurde im 17. jahrhundert von evangelischen Glaubensflüchtlingen im sonst katholischen Umland besiedelt.
Michael und Eva hatten sechs Kinder.
Noch 1910 wurde deren Sohn Adolf in Graudenz (am Unterlauf der Weichsel) – ca. 420 km Luftlinie nördlich von Teschen – getauft.
Graudenz gehörte damals zu Westpreußen.
1911 kam der Sohn Otto in Alt Weichsel (heute: Str. Wisła; ca. 10 km westlich von Marienburg, heute: Malborg) in Westpreußen zur Welt. Dieser Sohn Otto ging vor 1937 über Rypin (Rippin) im Dobriner Land und Bagnowen (Altenhöfen) in Ostpreußen dann um 1940 nach Graudenz.
Michaels und Evas Kinder sind mit ihren Familien 1945 nach Norddeutschland.
Friedenberger Majówka Blatt 1 nach .....
Friedenberger von Majówkai Blatt 2 nach .....
1923 wurde in Kaldus Ewald Friedenberger geboren, 1930 sein Bruder Herbert im Vorwerk Kalenka (Kallenken), nördlich von Kulm.
Diese beiden Brüder sind um 1945 nach Deutschland
Als deren Väter kämen demnach Daniel, August oder Emil infrage.
Den heutigen Friedenberger aus diesem Gebiet ist über ihre Vorväter nichts bekannt.
Friedenberger von Janówka Blatt 1 nach .....
Friedenberger von Janówka Blatt 2 nach .....
Bei meinen Kontakten mit diesen Friedenberger informierte mich vor gut zehn Jahren eine Friedenberger – Witwe aus dem Schwarzwald, die den Mann ( gebürtig in Graudenz) ihrer verstorbenen Schwester geheiratet hatte, dass der zum Zeitpunkt der Eheschließung schon verstorbene Schwiegervater den Adelstitel, den seine Friedenberger – Vorfahren jahrhundertelang getragen haben, abgelegt hat.
Eigentlich müssten sie ja "von Friedenberger" heißen.
Gründe für diesen Entschluss sollen die Verluste aller Ländereien während der Kriegswirren und seine fortschrittliche Gesinnung gewesen sein.
Ihr Mann und sie selbst haben diesen kurzsichtigen Entschluss bedauert.
Später erfuhr ich, dass dieses Gerücht mit dem adligen Ursprung nicht nur bei den Friedenberger aus Graudenz umhergeistert.
Ich habe für die Richtigkeit dieser Behauptung nirgends einen Hinweis gefunden.
In Lodz hat 1912 ein Friedenberger seinen Familiennamen in Friedenberg ändern lassen.
In diesem Zusammenhang hat das Bekanntwerden eines Rechtsbuches von 1741 des Johann Anton Ritter von Friedenberg aus Schlesien eine Rolle gespielt. Man kam erst zur Vermutung und dann zur Behauptung, dass diese adligen Friedenberg die eigentliche Vorfahren der Lodzer Friedenberger waren.
Infolge einer Reihe von Mißverständnissen sei es dann zum Verlust des Adelstitels, der Besitztümer und zur Änderung in Friedenberger gekommen.
Mehr zu dieser angeblichen adligen Herkunft: Friedenberger im Lodzer Land Pkt. 4.4
Bessere polnische topografische Karten in Farbe bietet der polnische Server MAPSTER an.
Daraus habe ich für Orte, in denen östliche Friedenberger lebten, eine
Tabelle im PDF-Format mit Adressen polnischer Karten
mit Angabe der jeweiligen Koordinaten angefertigt.
Diese Karten haben eine Dateigröße zwischen 4 bis 16 MB.
Der oben genannte Michael Friedenberger war Veterinär. Das war damals für die Friedenberger schon was Außergewöhnliches.
Die anderen Friedenberger bezeichneten sich als Bauern, um 1940 kam noch ein Polizist dazu.
Vor 1930 ist der Gustav aus Kaldus nach Kanada.
Dort hat er um Gladstone/Manitoba eine Menge Friedenberger-Nachwuchs hinterlassen.
Die anderen Friedenberger sind 1945 nach Deutschland.
Sie leben heute vornehmlich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein/Westfalen und in bzw. nördlich von Berlin.