Wenn man nach den Ursprüngen der Vorfahren sucht kommt man zwangsläufig zu der Frage, wie sich denn der jeweilige Name herausgebildet und wo er entstanden sein könnte. Denn aus der Beantwortung dieser Fragen kann man, wenn es sich nicht gerade um Allerweltnamen handelt, wertvolle Hinweise auf die Gegend der Herausbildung des Namens und somit auch der Herkunft des ersten Namensträgers erhalten.
Das habe ich auch für die Friedenberger getan.
Das Ergebnis ist eindeutig:
Das obige Bild zeigt eine der beiden Hofstellen in der Einöde Friedenberg im Jahre 2000.
(Einöde: Wohnfleck mit ein bis zwei Wohngebäuden)
Lage Friedenberg in Deutschland
und in Niederbayern:
Friedenberg in der Gemeinde Grattersdorf:
Ab dem 11. Jahrhundert reichten die Vornamen in den größeren süddeutschen Städten zur Unterscheidung der Bewohner nicht mehr aus. Zur Verwaltung (Eintreiben der Steuern, Einzug zum Militärdienst) war eine gute Übersicht über die Bevölkerung erforderlich. Deshalb wurde ihnen zusätzlich ein zweiter Name, der spätere Familienname, zugegeben.
Dieser Vorgang setzte sich später auch auf dem Lande und im Norden sowie im Osten Deutschlands fort und schloss in Friesland und Pommern erst im 19. Jahrhundert ab.
Dabei verlief die Bildung und Schreibweise der Nachnamen in Deutschland regional oft recht unterschiedlich.
So ist zwischen dem ursprünglich oberdeutschen und niederdeutschen Sprachraum oft ein deutlicher Unterschied festzustellen.
Das ist auch bei der Herausbildung der Familiennamen nach dem Herkunftsort festzustellen, wo Leute, die neu zugezogen waren und noch keinen festgefügten Familiennamen hatten, einfach nach ihrem Herkunftsort benannt wurden.
Nach meinen Untersuchungen ist Friedenberger ein Herkunftsname.
Die Bildung der Nachnamen aus Ortsnamen verlief dabei in Süddeutschland auch anders als in Norddeutschland.
Obige Darstellung ist vereinfacht.
Tatsächlich bildete sich unser Name Friedenberger über einen langen Zeitraum aus Fridenperger und Fridenberger heraus.
Mehr dazu finden Sie unter
Namensentwicklung Friedenberger
Die Nordgrenze dieser unterschiedlichen Namensbildung aus Herkunftsnamen verlief im mitteldeutschen Sprachgebiet etwa längs der Mosel, überschritt in nördlicher Richtung leicht den Main und verlief weiter über das Erzgebirge.
Deshalb kann man sagen, der Familienname Friedenberger ist in Süddeutschland, der Name Friedenberg dagegen im nördlichen Teil Deutschlands entstanden.
Kam dann früher ein Friedenberger in das Sprachgebiet nördlich der oben genannten Grenze, hatte er mit seinem Namen Probleme, da man ihn hier vielfach mit Friedenberg schrieb.
Die heute allgemein übliche Bezeichnung für Leute aus Hamburg bzw. Berlin als Hamburger oder Berliner hat sich erst später durchgesetzt.
Im ursprünglich niederdeutschen Sprachgebiet gab es Orte mit dem Namen Friedenberg um 1850 nur in Westfalen und in Ostpreußen.
Um 1850 hat es in Süddeutschland nur einen Ort gegeben, der Friedenberg geheißen hat, nämlich der im Bayerischen Wald.
Dieser kleine Ort Friedenberg im Bayerischen Wald wurde an einem von der Donauebene ansteigenden Berghang zwischen Grattersdorf und Auerbach von einem Familienoberhaupt mit dem (vermutlichen) Namen "frid" im Auftrage des Klosters Niederalteich gegründet.
Von diesem Fried bekam diese Einöde den heutigen Namen Friedenberg.
Die erste mir bekannte Nennung dieser Einöde stammt von 1243 und wurde als Fridenperch bezeichnet.
Die ganzen Jahrhunderte hindurch gab es hier nur zwei Hofstellen. Die eine gehörte dem Kloster Niederalteich, die andere dem Landesherrn.
Vergeben wurde der Hof im Todesfall ungeteilt in der Regel an den ältesten Sohn. Die anderen Kinder mussten ihr Auskommen irgendwie (Knechte; Mägde; Kloster, Militärdienst) anders finden.
Viele suchten ihr Glück in der Fremde.
Wenn diese Fortgegangenen anfänglich noch keinen Nachnamen hatten, wurden sie dort, wo sie ankamen und keine besonderen Merkmale (z.B. Beruf oder Aussehen)
hatten, nach ihrem Wohnort Friedenberg ganz einfach als Friedenberger bezeichnet.
Diese Namensbildung wird sich hier zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert über einen längeren Zeitraum vollzogen haben, da ja über einen längeren Zeitraum stets nur die Weggegangenen einen Nachnamen erhielten.
Wir Friedenberger stammen also von den Leuten ab, die zu diesem Zeitpunkt von einem dieser beiden Höfe weggingen.
Damit haben wir einen sehr begrenzten Herkunftskreis.
Die heutigen Bewohner Friedenbergs jedoch stehen vermutlich mit uns nicht in Blutsverwandtschaft, da es über die Jahrhunderte sicherlich mehrfach zu Neubesetzungen gekommen ist.
Der erste mir bekannte Namensträger ist der Xylograph und Buchdrucker Paul Fridenberger, oft auch als Fridenperger geschrieben.
Zwischen 1486 und 1495 wirkte er in Verona und Venedig in Italien.
Er stammte aus Passau.
Um 1600 gab es gemäß Kirchenbucheinträgen in Niederbayern bereits in mehreren Orten Personen mit dem Namen Fridenberger
die Friedenberger in Niederbayern
Die landsuchenden Bayern sind allgemein in Richtung Österreich und Böhmen gezogen. Nur die ausgewiesenen Protestanten sind ̵ wie auch die vertriebenen evangelischen Österreicher – in die westlichen und nördlichen deutschen Länder gegangen, zuerst nach Württemberg, Franken und nach Böhmen.
Aus Böhmen mussten sie ab 1623 auch weg. Viele von ihnen sind nach Sachsen, Preußen und nach Polen, gleich hinter die Grenze von Schlesien in das Posener Gebiet, gegangen.
Bisher konnte ich noch keine Verbindung zwischen den bayerischen und hessischen sowie den östlichen Friedenberger finden.
Unser Name kann aber vielleicht auch noch zusätzlich außerhalb Niederbayerns anders entstanden sein.
Die Leute vor Jahrhunderten sprachen Dialekt, hatten damals ja auch noch keine Ausweise, konnten zumeist nicht schreiben und so schrieben Schreibkundige im Bedarfsfall den Namen nach Gehör und da führten schon leichte Veränderungen zu ganz anderen Namen.
So kann es auch sein, dass sich unser Name auch aus einem ähnlich klingenden Namen – wie z.B. Freudenberger oder dem heute unüblichen Namen Freidenberger – entwickelt hat.
Für diese Variante kämen dafür am ehesten die Friedenberger in Weilburg in Frage.
Bei meinen Forschungen habe ich für den Zeitraum zwischen 1632 und 1912 weit über 1000 Einträge mit dem Namen Friedenberger (mitunter einzeln und vorübergehend in der Schreibweise mit Frinberger, Friedenberg, Frydenberger u.ä., die sich aber stets als eigentliche Friedenberger herausstellten) gefunden, aber nur ein einziges Mal (im Jahre 1744) ist mir in Schlesien eine Verwechslung zwischen Friedenberger und Freudenberger begegnet, wobei hier sonst stets Freudenberger geschrieben wurde.
Diese eindeutige Schreibweise unseres Namens hat mich überrascht.
In den vielen von mir ausgewerteten Unterlagen habe ich auch nur ein einziges Mal einen Eintrag mit dem Namen Friedenberg gefunden, den ich nicht eindeutig auf den Namen Friedenberger zurückführen konnte. Es war dies 1768 in Schokken im Posenschen. Das kann aber durchaus ein ehemaliger Friedenberger gewesen sein, nur hat sich sein Name hier im niederdeutschen Sprachraum in Friedenberg gewandelt.
Ich persönlich denke, die im Telefonbuch Deutschland genannten ca. 65 Friedenberg stammen in der Mehrzahl von den Friedenberger ab, denn zu solchen Namensänderungen kam es vereinzelt im Kalischer und Lodzer Land, um Piotrków Trybunalski und Radom und vermehrt in Wolhynien.
In Łódź in Polen tauchen um 1900 Juden mit dem Namen Friedenberg auf. Deren Vorfahren haben mit hoher Sicherheit diesen Namen angenommen und mit unseren Friedenberger nichts zu tun.
Änderung der Schreibweise Friedenberger
Friedenberger Hof in Opladen (Leverkusen) -
ein ehemaliger Rittersitz
Die ehemalige Kreisstadt Opladen (heute Ortsteil von Leverkusen) entstand aus drei Herrensitzen. Der wohl geschichtlich bedeutendste ist der oberhalb der Wupper gelegene
Friedenberger Hof
Heute noch erhalten ist das jetzt alleinstehende Haupthaus, ein Backsteinbau mit Treppengiebel und einem runden Treppenturm. Das Hauptgebäude wird dem 16. Jahrhundert zugeschrieben.
Der Name veränderte sich von
Vredenberg (1620)
über Wredenberg (1667) und
Fredenberg (1715) zum
Hof Friedenberg (ab1825) und
danach zum heutigen Friedenberger Hof
Wahrscheinlich liegt der 1132 erwähnte Hof – Stayn up den berch – des Ritters Goitschalc Starke von Uplaiden im Bereich des jetzigen Friedenberger Hofes.
Ein Dierig Vrede kaufte 1467 den Hof . Vom Namen dieser Familie hat der Hof vermutlich seinen jetzigen Namen und auch die Straße nebenan erhalten.
Dieser geschichtsträchtige Ort wurde vor Jahren mit einer Plakette geehrt.
Mit unserem Familiennamen Friedenberger hat dieser Hof nichts zu tun. Als dieser Hof und die in der Nähe liegende Straße ihre jetzigen Namen erhielten, gab es unseren Friedenberger-Namen schon mehrere hundert Jahre.
weitere Untersuchungen von frid zu Friedenberger und wichtige Quellen ........