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von frid zu Friedenberger
Weniger wahrscheinlich ist, dass sich unser Familienname nicht nur in Niederbayern, sondern sich außerdem noch ganz anders in einer anderen süddeutschen Gegend herausgebildet haben könnte.
Ich habe dazu noch keinen ernsthaften Hinweis gefunden.
Die Geschichte unserer Friedenberger liegt eingebettet in der Geschichte der Deutschen in diesen Jahrhunderten.
So mussten sich auch die Friedenberger über die Jahrhunderte den jeweiligen wirtschaftlichen, politischen und religiösen Bedingungen stellen. Einige sind im Ursprungsgebiet geblieben, andere haben sich auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen im Laufe der Jahrhunderte über kurze oder längere Zeit in verschiedenen Gegenden Deutschlands, in Österreich, Polen, der Ukraine, in Russland und auch Schweden und Übersee (Kanada, USA, Argentinien und Brasilien) angesiedelt.
Für die Zeit um 1700 lebten Fiedenberger bereits in vier räumlich weit voneinander liegenden Wohngebieten:
Während die Friedenberger in Bayern und Österreich ab etwa 1750 eine realtiv friedliche Zeit erleben durften, mussten die östlichen Friedenberger viele Wirrnisse erleiden.
Gründe für die Probleme der östlichen Friedenberger waren die gegensätzlichen Interessen zwischen den jeweiligen Staaten, aber besonders die Kriege, die Deutschland mit den Ländern führte, in denen Friedenberger wohnten.
Diese Friedenberger wurden – nur weil sie Deutsche waren – vielfach aus ihren östlichen Siedlungsgebieten vertrieben.
Dabei haben sie die neue Heimat, ihr Eigentum und viele auch ihr Leben verloren.
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den Friedenberger ist ihre religiöse Zugehörigkeit in den letzten 300 Jahren.
Durch Wohnortwechsel nach dem Krieg haben sich einige Friedenberger im neuen Wohngebiet der dort vorherrschenden anderen Konfession angeschlossen.
Als ersten bekannten Wohnsitz dieser Friedenberger konnte ich einen Ort beim heutigen Nowy Tomyśl (Neutomischel) östlich der Oder in Polen ermitteln.
Sie sind dort ab 1703 nachweisbar.
Ich habe diese Friedenberger mit posenschem Ursprung, da deren Nachkommen stets in Richtung Osten bis an die Wolga zogen und um 1900 in mehreren Ländern östlich Oder/Neiße lebten, als “östliche” Friedenberger bezeichnet.
Diese Friedenberger haben im Zeitraum von gut 250 Jahren eine enorme Siedlungstätigkeit in Richtung Osten vollbracht.
Und diese Friedenberger stammen von den ersten beiden Friedenberger, die um 1700 in der Gegend um das heutige Nowy Tomyśl (zwischen Posen und Frankfurt/Oder) wohnten, ab.
Auswanderungen aus den einzelnen Siedlungsgebieten erfolgten nach Polen, Wolhynien, Russland (Wolga), Tschechien, Schweden, USA, Kanada, Argentinien und Brasilien.
In Zusammenhang mit den Ereignissen des 1. und 2. Weltkrieges haben sehr viele Friedenberger die Länder östlich Oder und Neiße in Richtung Deutschland verlassen. Andere gingen auch nach Übersee (Kanada, USA, Brasilien und Argentinien) und je einer in die damalige Tschechoslowakei und nach Schweden.
Heute leben noch etwa 70 Friedenberger-Familien in Polen (in unterschiedlicher Schreibweise).
Die katholischen Friedenberger lebten ursprünglich nur in Niederbayern und wohnen heute in Deutschland vorwiegend südlich der Donau.
Sie stellen etwa 25% der heute in
Deutschland lebenden Friedenberger
dar.
Diese Friedenberger mit Ursprung Niederbayern sind eindeutig Nachfahren der Bewohner aus der Einöde Friedenberg im Bayerischen Wald.
Die von mir ausgewerteten Kirchenbücher in Niederbayern beginnen mit den Eintragungen ab 1633. Und gleich für die ersten Jahre gibt es in mehreren Pfarreien Angaben über Friedenberger, d.h., sie muss es dort schon seit längerer Zeit gegeben haben.
Die ersten mir bekannten evangelischen Friedenberger hatten ihre Wohngebiete in Nassau – Weilburg (heute zu Hessen gehörig) und im Posenschen.
Die Friedenberger im damaligen Nassau – Weilburg
sind erstmals ab 1636 in Weilburg nachweisbar.
Sie sind als Friedenberger kurz nach 1800 in Deutschland ausgestorben.
Ein Friedenberger ist kurz vor 1750 nach Köln. Seine Nachkommen wanderten um 1800 nach den Niederlanden und nach Nordwestdeutschland ab. Dort passten sich ihre Namen in Friedenberg bzw. Fredenberg u.ä., entsprechend der im Niederdeutschen üblichen Namensform, an.