Der Name Friedenberger ist ein Herkunftsname. Er entwickelte sich aus der Übernahme des Ortsnamens aus dem der Zugewanderte, der noch keinen Nachnamen trug, kam.
Mehr zur Bildung des Namens “Friedenberger” siehe unter von frid zu Friedenberger.
In der Stadtchronik Deggendorf (im Umland von Deggendorf bildete sich unser Nachname heraus) von 1894 werden für ca. 1350 die ersten Familiennamen nach einer Ortsherkunft mit der Endung “perger” und -“berger” genannt. Diese von einem Ortsnamen abgeleiteten Nachnamen setzten sich bis etwa 1450 durch.
Ähnlich dürfte es auch in den anderen Städten dieser Gegend verlaufen sein.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich auch bei den Friedenberger in geografisch und sprachlich unterschiedlichen Räumen auch verschiedene Varianten herausbildeten.
Einige markante Ableitungen habe ich in der folgenden Aufstellung erfasst:
Namensableitungen aus Fridenperger/Fridenberger
Der heutige Ortsname Friedenberg bildete sich im Verlaufe von ca. 600 bis 700 Jahren aus Fridenperch (1243) ---> Fridenperg ---> Fridenberg heraus.
Je nach dem Zeitpunkt der Ankunft und den Gewohnheiten der Schreiber erhielten nun die Neuankömmlinge aus Fridenperg / Fridenberg entweder den Familiennamen Fridenperger oder Fridenberger.
Wobei die Namen mit der Endung -“perger” nach und nach in -“berger”-Namen aufgingen.
Ähnlich verhielt es sich auch bei anderen Namen, so z.B. den Habsburgern, die in den ersten Jahrhunderten mehrheitlich als Habspurger geschrieben wurden.
Der bekannte Fußballspieler Thomas Hitzelsperger (VfB Stuttgart) hat dagegen seinen Familiennamen unverändert bis in die Gegenwart von seinen Vorvätern übernommen.
Namensgebend für Hitzelsperger war der damalige Ort Hitzelsperg, der heute mit Hitzelsberg (im Oberen Bayerischen Wald) geschrieben wird.
Heute gibt es neben Hitzelsperger und auch einige Hitzelsberger.
Die heute einheitliche Schreibweise mit “Friedenberger” im deutschen Sprachraum war erst kurz vor 1900 abgeschlossen.
Diese Schreibweise mit “Friedenberger” verwende ich als Sammelbegriff für alle Nuancen, die mit den Fridenperger, Fridenberger, Fri(e)denberg(er) und ähnlichen eng in Zusammenhang stehen.
Abweichende Schreibweisen verwende ich nur dort, wo es in einem genannten Zeitraum und/oder räumlichen Landschaft im konkreten Fall geboten ist.
Der erste uns bekannte Friedenberger in Niederbayern (und der zweitfrüheste insgesamt) ist der Buchdrucker und Xylograph Paul Fridenperger/Fridenberger aus Passau. Er wirkte zwischen 1486 und 1495 in Verona und Venedig.
In der ersten Ausgabe seines Buches "Lucretii Opera" von 1486 befindet sich am Ende folgender Texteintrag:
auf deutsch :
“Dies druckte Paul Fridenberger in Verona,
Mit dem Buchdruck begann man auch grammatische Regeln für die deutsche Sprache aufzustellen.
So wurde die heutige Schreibweise des Wortes “Frieden” von
– Hans Sachs (1484 - 1576) mit “friden” und “frieden”
– Martin Luther 1483 - 1546) anfänglich mit “frieden”, in späteren Jahren “Frieden”
geschrieben.
In den protestantischen Ländern wurde die Sprache Luthers zeitig übernommen.
Es dauerte einige hundert Jahre bis für den deutschen Sprachraum eine einheitliche Grammatik galt.
Das zeigt sich auch deutlich in der unterschiedlichen Schreibweise unseres Namens innerhalb Deutschlands mit Friedenberger und Fridenberger bis zum Ende des 19. Jh..
In Niederbayern wurde unser Name in den von mir ausgewerteten Dokumenten meistens mit Fridenberger, in manchen Zeitperioden dann wieder auch als Friedenberger, ab etwa 1880/1900 nur als Friedenberger geschrieben.
Im Ausland war die Schreibweise unseres Namens natürlich noch problematischer. Hier hatte man besonders Probleme mit dem Dehnungs-"e" hinter dem "i" und mit der Endung "er".
So ist es nicht verwunderlich, wenn es im Polnischen und Russischen zu unterschiedlichen Varianten kam, zumal die Namen in den jeweiligen vorgegebenen landesspezifischen Schreibweisen abzufassen waren.
So ist es auch folgerichtig, dass es hier zu einer Vielzahl von Ableitungen aus dem ursprsprünglichen Friedenberger kam.
Eine besonders große Variantevielfalt in der Schreibweise unseres Namens entwickelten die Pfarrer im Kalischer Land in Polen zwischen etwa 1820 und 1880.
Hier ein Beispiel.
Vergleichen Sie in der Zeile vier von oben den vom Pfarrer 1833 im evangelischen Kirchenbuch Stawiszyn eingetragenen Namen des Zeugen “Jana Godfryda Frydemberga” (hier im 2. Fall; übertragen ins Deutsche: des “Johanns Gottfrieds Friedenbergs”) mit der eigenhändigen Unterschrift des betreffenden “Johann Gottlieb Fridenberger”.
Die polnische Schreibweise mit Jan für den deutschen Johann ist schon richtig, der Godfryd statt Gottlieb mag noch angehen, aber Frydemberg statt Fridenberger ist schon eine große Abweichung.
Dazu mehr unter der Position 3. in Friedenberger im Kalischer Land
Eine weitere Namensvielfalt entstand in Übersee im Zuge der Einwanderungen von Fridenberger, Friedenberger, Frydenberger sowie Фриденбергеръ, Fri(e)denberg und Фриденберг.
Hier erfolgten außerdem oft Anpassungen an die im Einwanderungsland üblichen Gepflogenheiten.